Max-Herrmann-Preis 2014 an B.H. Breslauer Foundation

Bernd Hartmut Breslauer

Der Antiquar Bernd Hartmut Breslauer (Berlin 1918 New York 2004) ist Gründer der B.H. Breslauer Foundation. Es war ihm ein Herzensanliegen, Bibliotheken in Amerika und Europa beim Kauf von Handschriften, seltenen Drucken und historischen Bucheinbänden mit seiner Stiftung zu unterstützen. Als herausragender Kenner des Metiers wusste er, dass bisweilen Bibliotheken attraktive Offerten erhalten, aber die Zeit knapp bemessen ist, um finanzielle Unterstützung einzuwerben. So vertraute er auf ein einfaches Antragsverfahren, basierend auf den Argumenten der Antragsteller und dem Urteilsvermögen der Vorstandsmitglieder seiner Stiftung. Zum Kreis der Bibliotheken, die Unterstützung von der B.H. Breslauer Foundation erfahren dürfen, zählt auch die Staatsbibliothek zu Berlin.

Als 19-Jähriger kam Breslauer 1937 mit seinen Eltern auf der Flucht aus Deutschland nach England. Bereits 1933 sah sich der Vater Martin Breslauer genötigt, den Freundes- und Förderverein der damaligen Preußischen Staatsbibliothek zu verlassen. Obgleich Bernard Breslauer die britische Staatsbürgerschaft annahm und seine Aufsätze auf Englisch verfasste, blieb er dem Land seiner Muttersprache und besonders Berlin verbunden. So schenkte Breslauer 1997 das Familien- und Firmenarchiv von Martin und Bernard Breslauer der Staatsbibliothek zu Berlin.

Bernard Breslauer bestimmte die Staatsbibliothek zu Berlin als Aufbewahrungsort für etwa hundert Jahre beispiellose Antiquariatsgeschichte in Berlin, London und New York zu beherbergen. Er setzt damit ein Zeichen der Versöhnung. Für das Vertrauen und die Wertschätzung gebührt ihm der tiefe Dank der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freunde der Staatsbibliothek.