Max-Herrmann-Preis 2000 an Dr. Cécilie Lowenthal-Hensel

Zum ersten Mal wurde der Max-Herrmann-Preis in seiner neuen Form am 10. Mai 2000 verliehen. Die Preisträgerin war Frau Dr. Cécilie Lowenthal-Hensel, die Laudatio hielt der frühere Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Professor Werner Knopp.

1923 in Erlangen "in das weitverzweigte Geäst der Familie Mendelssohn" geboren studierte Cécilie Lowenthal-Hensel Geschichte, Kunstgeschichte und Anglistik in Erlangen. Nach der Promotion arbeitete sie zunächst als Journalistin und Redakteurin, bis sie 1965 zunächst als Referentin im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin anfing. Sie war zuständig für die "Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz" organisierte Veranstaltungen und veröffentlichte Aufsätze und Katalogbeiträge. 1980 beendete sie als Wissenschaftliche Oberrätin ihre berufliche Laufbahn.

1968 heiratete sie Dr. Ernst Gottfried Lowenthal, Publizist und Experte für deutsch-jüdische Geschichte von 1860 bis 1945. Seinen umfangreichen Nachlass schenkte sie Anfang der 90er Jahre der Staatsbibliothek zu Berlin.

1967 gründete Cécilie Lowenthal-Hensel, Urenkelin der Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fanny Hensel, die Mendelssohn-Gesellschaft e. V. und übernahm deren Vorsitz bis 1989. Mit ihren reichen Kenntnissen hat sie in Verbindung mit dem Verein wesentlich zur Weiterentwicklung des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin beigetragen. Im Namen der Mendelssohn-Gesellschaft schlug sie die Auslobung des Moses-Mendelssohn-Preises vor, der alle zwei Jahre vom Berliner Senat für die Förderung und Verwirklichung von Toleranz verliehen wird.

Vor einigen Jahren begann Cécilie Lowenthal-Hensel mit der Biographie ihres Urgroßvaters, dem Maler Wilhelm Hensel und griff hierfür auf Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin zurück. Besonders hervorzuheben sind auch ihre zahlreichen Leihgaben an die Musikabteilung bzw. an das Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin.